Brian Setzer

Brian Setzer und sein Orchester im East Room des White House

Brian Setzer [eigentlich Brian Robert Setzer] (* 10. April 1959 in Massapequa, Long Island, New York) ist ein US-amerikanischer Rockabilly-Musiker, der mit der Gründung der Band Stray Cats im Jahre 1979 einen wichtigen Beitrag zu dem Rockabilly-Revival (bzw. Neo-Rockabilly-Welle) der 1980er Jahre leistete.

BIOGRAFIE

Anfänge

Setzer wuchs in Massapequa, einem kleinen Ort auf New Yorks Long Island, auf. Bereits im Alter von acht Jahren begann er das tubaähnliche Instrument Euphonium zu spielen und entdeckte erst etwas später seine Leidenschaft zur Gitarre. Ende der 1970er Jahre spielte Setzer in der New Yorker New Wave-Formation Bloodless Pharaohs und gründete zusammen mit Leon Drucker (Lee Rocker) und James McDonell (Slim Jim Phantom) das Rockabilly-Trio Brian and the Tomcats, welches sich später in Stray Cats umbenannte. Im Sommer des Jahres 1980 flogen die drei nach London, um dort ihr Glück als Musiker zu suchen.

Karriere

Nach einer Vielzahl von Auftritten in den unterschiedlichsten Londoner Clubs erhielten sie gegen Ende des Jahres ihren ersten Plattenvertrag und landeten mit ihrer Debütsingle Runaway Boys einen Top Ten Hit. Mit Rock This Town und Stray Cat Strut folgten zwei weiteren Platzierungen in den Top Ten der britischen Charts. Nicht weniger erfolgreich war das Debütalbum der Band, welches sich ebenfalls ziemlich weit oben in den Charts platzierte.

Nach dem zweiten – weniger erfolgreichen – europäischen Album Gonna Ball kehrten die Stray Cats in die USA zurück, wo sie begeistert gefeiert wurden. Das US-Album Built For Speed, ein Zusammenschnitt der beiden ersten europäischen Alben aus dem Jahr 1982, platzierte sich an der Spitze der Billboard-Charts und verkaufte sich über 2 Millionen Mal.

Ein weiteres erfolgreiches Album Rant N Rave With The Stray Cats – wieder in Europa produziert – folgte, bevor sich die Band 1984 auflöste und lediglich aus vertragsrechtlichen Gründen 1986 ihr US-Album Rock Therapy veröffentlichte.

Zwischenzeitlich war Setzer in seine Soloprojekte eingebunden und veröffentlichte 1986 das Mainstream-Rock-Album The Knife Feels Like Justice, welches mittlerweile zum Klassiker avancierte. 1988 folgte ein weiteres Soloalbum Setzers, Live Nude Guitars, welches wesentlich mehr am Rockabilly orientiert war als sein Vorgänger. Das Album konnte in der Fachwelt nicht überzeugen, so dass es bereits im Erscheinungsjahr zu einer Re-Union der Stray Cats kam.

Die Stray Cats veröffentlichten vier weitere Alben, tourten exzessiv durch die Welt und lösten sich im Jahr 1994 erneut auf.

Setzer erinnerte sich an seine Leidenschaft aus Kindheitstagen – den Big Band-Sound – und gründete das „Brian Setzer Orchestra“, eine klassische Big Band, der er eine Gitarre als Führungsinstrument voran stellte und die sich wesentlich rockiger als die üblichen Big Bands anhörte. Nach Startschwierigkeiten, zwei mäßig erfolgreichen Alben, kam 1998 mit dem dritten Album The Dirty Boogie der große Durchbruch. Das Album verkaufte sich über 3 Millionen Mal und brachte Setzer zudem noch zwei Grammys ein. Das Nachfolge-Album Vavoom! konnte mit seinem Vorgänger nicht mithalten, erhielt dennoch einen weiteren Grammy.

Erst mit dem Weihnachtsalbum Boogie Woogie Christmas aus dem Jahr 2002 konnte Setzer im Orchestra-Bereich an alte Erfolge anschließen. Trotz seiner Tätigkeit im Orchestra bleibt Setzer seinen Wurzeln treu und veröffentlicht hin und wieder Rockabilly-Alben, so im Jahr 2001 (Ignition) und 2003 (Nitro Burnin’ Funny Daddy). Im Jahre 2004 kam es zum 25-jährigen Bestehen der Stray Cats zu einer Re-Union mit den ursprünglichen Mitgliedern. Es folgte eine ausgedehnte Europatournee.

Im Juli 2005 ging Brian Setzer auf große Europatournee und veröffentlichte als Andenken an Elvis Presley, Carl Perkins, Johnny Cash und andere Sun-Künstler die CD „Rockabilly Riot! Vol.1: A Tribute To Sun Records“ mit der er sogar in die offiziellen deutschen Album-Charts einstieg.

Im September 2007 veröffentlichte das Brian Setzer Orchestra nach sieben Jahren ihr erstes neues und reguläres Studio-Album, das den Titel Wolfgang's Big Night Out trägt. Setzer wagt sich bei diesem Album an unbekanntes Terrain und überarbeitet Klassiker von Mozart, Beethoven, Wagner und anderen in einem Swing-Rockabilly-Stil. Seitens der amerikanischen Presse bringt ihm das sehr viel Lob und gute Kritiken ein.

DISKOGRAFIE

Solo-Alben

  • 1986 - The Knife Feels Like Justice
  • 1988 - Live Nude Guitars
  • 1998 - Rockin' By Myself
  • 2003 - Nitro Burnin' Funny Daddy
  • 2005 - Rockabilly Riot Volume 1
  • 2006 - 13

Brian Setzer Orchestra

  • 1994 - Brian Setzer Orchestra
  • 1995 - Guitar Slinger (Japan-Ausgabe)
  • 1996 - Guitar Slinger
  • 1997 - MOM 2 (Kompilation)
  • 1998 - The Dirty Boogie
  • 2000 - Vavoom!
  • 2001 - Jumpin' East Of Jave (Live, Japan-Ausgabe)
  • 2002 - Best Of The Big Band (Japan-Ausgabe)
  • 2002 - Boogie Woogie Christmas
  • 2004 - The Ultimate Collection (2 CDs, Live)
  • 2004 - Boogie Woogie Christmas (Wiederveröffentlichung)
  • 2005 - Dig That Crazy Christmas
  • 2007 - Wolfgang's Big Night Out

Brian Setzer 68 Comeback Special

  • 2001 - Ignition!

Brian Setzer & The Nashvillains

  • 2007 - Red Hot & Live

Beteiligung an Soundtracks und Kompilationen
[in eckigen Klammern Angabe ob als Solointerpret (BS Solo), mit dem Brian Setzer Orchestra (BSO) oder als Brian Setzer 68 Comeback Special (BS 68 CS) vertreten]

  • 1987 - La Bamba (Soundtrack) [BS Solo]
  • 1994 - The Mask (Soundtrack) [BSO]
  • 1995 - Blue Suede Sneakers (Kompilation) [BS Solo]
  • 1996 - The Songs Of West Side Story (Kompilation) [BS Solo]
  • 1996 - Songs From The Aristocats (Soundtrack EP) [BS Solo]
  • 1996 - Jingle All The Way (Soundtrack) [BSO]
  • 1996 - MOM 1 (Kompilation) [BS Solo]
  • 1999 - MOM 3 (Kompilation) [BS Solo]
  • 1999 - Stuart Little (Soundtrack) [BSO]
  • 1999 - Three To Tango (Soundtrack) [BSO]
  • 2000 - Me, Myself & Irene (Soundtrack) [BSO]
  • 2001 - Disney's House Of Mouse (TV-Soundtrack) [BSO]
  • 2002 - The Country Bears (Soundtrack) [BS 68 CS]

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